Wenn man Eltern wird, werden auch die eigenen Eltern und die Schwiegereltern zu Großeltern – und diese Beziehung verläuft nicht immer problemlos. Experten geben Tipps, wie man die Beziehung über Generationen hinweg bestmöglich gestaltet und Konflikte vermeidet.
Warum eine gute Beziehung zu Großeltern wichtig ist
Für Kinder ist es sehr wertvoll, enge Beziehungen zu Großeltern zu haben. Sie profitieren davon, Menschen in ihrem Leben zu haben, die sie lieben und andere Perspektiven als die Eltern bieten. Enge Bindungen zu Großeltern stärken das Selbstbewusstsein der Kinder, erklärt Kathrine Hemmingsen, Familientherapeutin.
Auch für die Großeltern selbst hat die Beziehung große Bedeutung: Sie können kleine Kinder erleben, ohne die volle Verantwortung zu tragen. Maria Holkenfeldt, Psychotherapeutin, erklärt: „Sie sind in einem anderen Lebensabschnitt als damals, als sie selbst Eltern wurden. Sie können die Kinder aus einer gewissen Distanz beobachten und die Welt durch ihre Augen sehen.“
Neue Rollen bringen auch Herausforderungen
Mit dem neuen Familienzuwachs entstehen andere Erwartungen, die zu Konflikten führen können. Holkenfeldt: „Wenn ein Kind geboren wird, entsteht eine neue Familie – mit Eltern und Großeltern. Das kann schöne Erlebnisse bringen, aber auch alte Konflikte wieder aufwerfen.“
Tipps für eine gute Beziehung zu Großeltern
1. Respekt und Kommunikation
- Alle Beziehungen basieren auf Respekt und klarer Kommunikation – auch zwischen Eltern und Großeltern.
- Großeltern sollten die elterliche Autorität respektieren und zuhören, bevor sie Ratschläge geben.
2. Grenzen setzen – freundlich, aber klar
- Grenzen frühzeitig und liebevoll kommunizieren, sonst können sich ungelöste Konflikte aufbauen.
- Hemmingsen betont: „Nicht ausgesprochene ‚Nein‘s‘ wirken langfristig giftig für die Beziehung.“
3. Unterschiede akzeptieren
- Kinder können gut damit umgehen, wenn zu Hause andere Regeln gelten als bei den Großeltern.
- Großeltern müssen nicht alles genau wie die Eltern machen.
4. Positive gemeinsame Erlebnisse planen
- Treffen sollten angenehm und positiv gestaltet werden, z. B. ein Zoobesuch mit den Großeltern, wenn das Kind es genießt.
5. Konflikte innerhalb der eigenen Familie klären
- Schwierige Themen sollten zunächst innerhalb der eigenen Familie besprochen werden.
- Kathrine Hemmingsen: „Ich kläre Dinge mit meinen Eltern, mein Mann mit seinen.“
6. Klarheit und liebevolle Kommunikation
- Offene Gespräche sind wichtig: „Es ist wichtig für mich, unsere Beziehung zu pflegen, und um Konflikte zu vermeiden, möchte ich über einige Dinge sprechen.“
- Ziel ist es, dass Großeltern zuhören und die Regeln respektieren, ohne dass es zu Verletzungen kommt.
Fazit
Gute Beziehungen zu Großeltern basieren auf:
- Respekt
- Klare Grenzen
- Offene Kommunikation
- Verständnis für unterschiedliche Perspektiven
- Vergebung und Kompromissbereitschaft
Maria Holkenfeldt: „Gute Beziehungen erfordern Erwartungsklärung, Respekt und die Bereitschaft zu vergeben.“












